Die Erkenntnis, dass sich Interessen der Tiere besser vertreten lassen, wenn sich Tierfreunde zu diesem Zweck zusammentun, hat uns im März 2006 veranlasst, unseren Tierschutzverein zu gründen, um in Zukunft den Tierschutz in Genthin und Umgebung wieder mit Leben zu erfüllen.

Unser Tierschutzverein besteht aus 15 aktiven Mitgliedern unterschiedlichen Alters. Die Ziele und Grundlagen des Vereinslebens wurden in einer Satzung festgeschrieben. Die Mitgliederversammlungen finden regelmäßig alle 4 Wochen statt und werden in der regionalen Presse angekündigt.

Unmittelbarer Zweck des Tierschutzvereins ist der praktische Tierschutz vor Ort. Wir können seit der Gründung unseres Vereins auf eine sehr zeitintensive, aufopferungsvolle aber auch erfreuliche Arbeit zurück blicken. Im Vordergrund steht für uns die Rettung in Not geratener Tiere, das bemühen Tieren Hilfe und Geborgenheit zu geben, sie von konkreten Beeinträchtigungen zu bewahren oder ihre Leiden zu beheben.

Da gab es beispielsweise den Hund in Brettin, der in einem zu kleinen Zwinger ohne Dach und Hütte, ohne Wasser und Futter, im eigenen Kot stehend sein Dasein fristete. Die Katze in Schlagenthin, die von ihrem Besitzer beim Umzug in den vier Wänden zurückgelassen wurde. Die Kaninchen in Altenplathow, die bei brütender Hitze auf dem Balkon ausharren mussten oder das Pferd in Jerichow, welches mit verletztem Bein, fast zusammenbrechend auf einer Wiese ohne Wasser stand. Durch Hinweise aus der Bevölkerung, gehen wir Tierquälereien nach und kontrollieren die Tierhaltung, die in den meisten Fällen nicht artgerecht ist.

Seit unserer Gründung haben wir nicht nur Katzen und Hunden ein neues zu hause vermitteln können, sondern auch Kaninchen, Meerschweinchen, Pferde und Vögel, wie Tauben und Haubentaucher wurden durch uns betreut. Hier kamen uns bei der vorläufigen Unterbringung bis zur Vermittlung der Tiere, unsere Pflegestellen sehr zugute.

Mit unseren Spendenaufrufen hatten wir bisher nicht soviel Glück. Die Abfallwirtschaftgesellschaft (AJL) allerdings unterstützte unseren Verein dahingehend, in dem sie uns kostenlos 3 Abfalltonnen zur Verfügung stellte. Diese wurden tierschutzgerecht in Futterspendentonnen für unsere Tiere umgewandelt und im REWE-Markt sowie im KAUFLAND aufgestellt.

Das größte und umfangreichste Problem jedoch bleibt auch für unseren Tierschutzverein, die in den zurückliegenden Jahren akut zugenommene Katzenpopulation. Eine von uns veranlasste Zählung in der Presse durch Mitbürger Anfang Januar 2007, ergab ein Vorhandensein von cirka 100/110 frei lebenden Katzen im Stadtgebiet. Cirka 70 davon hatten wir, der Tierschutzverein bereits in Obhut genommen. Um aber der Population so schnell wie möglich Einhalt zu gebieten, sind wir mit dieser Thematik an den Bürgermeister herangetreten, mit der Bitte, Initiativen zur Lösung der Katzenpopulation durch Kastrationsaktionen zu unterstützen. Da dieses Problem nur gemeinsam lösbar ist, kam der Bürgermeister unsere Bitte Anfang März 2007 mit einer Bezuschussung in Höhe von 1.500 Euro umgehend nach.

Die Aufgaben sollten zukünftig durch die Einrichtung von vier Katzenfutterstellen zwischen den Elbe-Havel-Werkstätten und den Tierschutzverein aufgeteilt werden. Unser Tierschutzverein behielt die zwei bereits in der Gillhoffstrasse und Einsteinstrasse bestehenden Futterstellen. Die Futterstellen im Roßdorfer Weg und im Mühlenfeld, gingen in die Verantwortung der Elbe-Havel-Werkstätten.

Die Katzen an den Futterstellen, werden von unseren Mitgliedern 1-2 mal täglich auch an Sonn- und Feiertagen versorgt. So konnten wir seit Anfang 2007, über 100 Katzen an den besagten Stellen einfangen und durch den Tierarzt kastrieren lassen.

Außerdem wurden alle Tiere mit einer Markierung (Tätowierung) versehen. Bis die Tiere wieder an den Futterstellen ausgesetzt werden konnten, wurden sie in die von uns angemieteten Räumlichkeiten am Mühenfeld untergebracht und überwacht. Natürlich ist es nicht immer gewährleistet, dass sich jedes von uns eingefangene Tier in einem einwandfreien Gesundheitszustand befindet, dass Gegenteil ist meist der Fall. Viele der frei lebenden Katzen, haben mit akuten Katzenschnupfen zu kämpfen oder weisen Bissverletzungen auf. Besonders Katzenbabys sind ständig von Austrocknung bedroht. Diese Tiere müssen erst einmal medikamentös behandelt werden, ehe eine Kastration/Sterilisation möglich bzw. zulässig ist. Erst nach vollständiger gesundheitlicher Wiederherstellung in unseren Räumlichkeiten, werden die Tiere entweder vermittelt oder an den Futterstellen ausgesetzt.

Wir wollen weiterhin Tierhalter bei der Verbesserung der Haltungsbedingungen beraten und ihnen in Notfällen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Unsere Räumlichkeiten mit drei Quarantäneboxen.

Unser Stand auf der Weihnachtsstraße 2010 wurde durch Ute Müller, Antje Müller, Hatmut Mielke, Christa Rutt, dem Tierfreund Ulrich, sowie der Tierfreundin Eileen betreut.

Hier ist gerade Hatmut Mileke mit dem Ausschenken von Eierpunsch beschäftigt, der sich als großer Renner erwies. Es war für uns ein erfolgreicher Tag.

Letzte Aktualisierung: 14.09. 2009